- Halten Sie die Energiewende, wie sie zur Zeit durchgeführt wird als zielführend?
Wir möchten eine zügigere Energiewende und hoffen
insbesondere umweltschädliche Braunkohlekraftwerke so schnell wie nur möglich
abzuschalten. Nur so kann Deutschland seine vereinbarten Klimaziele schaffen
und die Erhitzung unseres Planeten auf 1,5 °C begrenzen. Bereits eine Erwärmung
um im Durchschnitt „nur! 1,5°C hat dramatische Folgen, alles andere wäre
katastrophal und würde die weitere Existenz der Menschheit in Frage stellen.
Darüber hinaus wollen wir kommunal weitere Anstrengungen
unternehmen um den CO2 Ausstoß zu reduzieren, den Energieverbrauch zu senken
und die Erzeugung erneuerbarer Energien auszubauen, etwa durch Förderung des
öffentlichen Nahverkehrs und der Solarenstromerzeugung.
- Wie steht Ihre Liste zum Windkraftausbau im
Schwarzwald?
Grundsätzlich sollte elektrischer Strom ohne CO2
Produktion so nahe wie möglich am Verbraucher produziert werden. Auch im
Südbaden nutzen Menschen elektrische Energie. Würde man Windkraft alleine auf
die Küste und das Norddeutsche Flachland beschränken, bedeutet das einen
weiteren Ausbau der nach Süden führenden Hochspannungsleitungen. Auch diese
sind wenig landschaftsbildfördernd.
Im Schwarzwald gibt es zahlreiche Gebiete, in denen ein
Windkraftausbau wirtschaftlich und ökologisch vertretbar ist.
Der Schwarzwald ist im Vergleich zu den Wäldern in
Norwegen oder Finnland keine unberührte Natur, sondern eine durch Menschen
geschaffene und aufrechterhaltene Kulturlandschaft.
Seit Menschen im Schwarzwald siedeln, verändern sie diese
Landschaft. Zum Beispiel haben sie den durchgängigen Wald abgeholzt, um darin
Siedlungen und Weiden anzulegen, heute bezahlen wir Bauern diese Weiden offen
zu halten, sonst würde der Schwarzwald zuwachsen. Seit Beginn der Industrialisierung
werden durch den Schwarzwald Eisenbahnlinien, Straßen und Autobahnen,
Industrieanlagen, Spaßbäder gebaut. Seen werden zur Energiegewinnung aufgestaut
und selbst Zementsilos stehen unter Denkmalschutz.
Viele der im Schwarzwald heimischen Tiere und Pflanzen
würden eine Erwärmung um 1.5° C nicht oder nur durch Verdrängung weiter nach
oben überleben.
Windkraft ist eine bewährte, kostengünstige,
umweltfreundliche und sichere Energiequelle. Deshalb stehen wir grundsätzlich
positiv zum Ausbau der Windkraft auch im Schwarzwald.
- Wie steht Ihre Liste zu dem Windkraftprojekt am Schauinsland / Taubenkopf?
Wir befürworten das Projekt.
- Gibt es Kandidaten auf Ihrer Liste, welche
dieses Projekt ablehnen. Wann ja welche?
Es hat sich auf einen Aufruf über unsere Mailingliste keiner gemeldet.
- Wird durch die gesundheitliche Gefährdung die
Lärm- und Infraschall Emissionen nicht das höchste Rechtsgut unserer
Gesellschaft, das Persönlichkeitsrecht auf Leben und auf körperliche
Unversehrtheit, durch den Abstand von 480m zur nächsten Wohnbebauung, ausgehebelt?
Verglichen mit anderen künstlichen Quellen, wie Autos
oder Flugzeugen geben Windkraftanlagen nur wenig Infraschall ab. Bei PKWs
liegen die gemessenen Infraschall-Pegel im Innenraum bei einer Geschwindigkeit
von 130 km/h um mehrere Größenordnungen über den an Windkraftanlagen gemessenen
Werten.
Windkraftanlagen liefern keinen wesentlichen Beitrag zum
Vorkommen von Infraschall in der Umwelt; Infraschall entsteht etwa auch durch
Wind der an Blättern vorbeistreicht, Verkehrslärm und andere natürlich Quelle.
Die von Windkraftanlagen erzeugten Infraschallpegel liegen deutlich unterhalb
der menschlichen Wahrnehmungsschwellen. Es existieren derzeit keine
wissenschaftlich belastbaren Erkenntnisse, die vermuten lassen, dass von
Infraschall in diesem Pegelbereich schädliche Wirkungen ausgehen. Insbesondere
auch nicht in Entfernungen von mehreren hundert Metern.
Krankheitssymptome, die dem Infraschall von
Windkraftanlagen zugeschrieben werden, gelten als „kommunizierte Krankheit“,
die von wenigen Ausnahmen abgesehen erst nach 2008 gemeldet wurden, als
Anti-Windkraft-Gruppen damit begonnen hatten, Windkraftanlagen als
gesundheitsschädlich darzustellen.
Die Lärmemissionen bewegen sich im Abstand von 480 bzw.
1600 m im vertretbaren Bereich.
Grundsätzlich konzentrieren wir uns auf Lärmreduktion an
den Stellen, wo belegbare gesundheitsschädliche Effekte nachweisbar sind, etwa
durch Umsetzung des Lärmaktionsplans der Stadt Freiburg, insbesondere durch
weniger Verkehrslärm. Der größte Verursacher von Verkehrslärm ist der
Automobilverkehr.
- Halten Sie es für sinnvoll den Naturschutz dem
Klimaschutz durch Windkraft unterzuordnen?
Grundsätzlich ist das höherwertige Ziel der Klimaschutz.
Erwärmt sich unser Planet stark, daher um mehr als 1.5°C gegenüber dem
vorindustriellen Mittel, werden viele Biotope die wir jetzt mit großen
Anstrengungen beschützen, gerade im Bereich des Schwarzwaldes, alleine durch
die Erderhitzung zerstört.
- Kann die Windkraft eine gesicherte
Stromversorgung gewährleisten?
Windkraft kann zusammen mit anderen erneuerbaren Energiequellen,
einer intelligenten Lastregelung, Stromspeichern und durch die Verteilung der
Anlagen über eine große Fläche eine gesicherte Stromversogung gewährleisten.
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