Unser Wahlprogramm 2024

Kommunalwahlprogramm Liste Teilhabe und Inklusion

Die Liste Teilhabe und Inklusion setzt sich für eine vielfältige und inklusive Gemeinschaft ein, in der jede Person unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Behinderung, religiöser Ansichten oder sexueller Identität gleichermaßen an der Gestaltung unserer Stadt teilhaben kann.

Unser Programm basiert auf den Grundwerten der Gleichberechtigung, sozialen Gerechtigkeit und Respekt vor der Vielfalt.

Menschen mit Behinderung stehen besonders in unserem Fokus, da wir diese Perspektive aus eigener Erfahrung kennen. Unser oberstes Ziel ist daher auch die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf kommunaler Ebene.

Bildung in Kita und Schule

Alle Kinder sollen die gleiche Möglichkeit haben, eine quartiersnahe Kita und Regelschule zu besuchen. Die Grundvoraussetzungen dafür sind ausreichende Personalressourcen, bauliche Barrierefreiheit, ausreichend Platz und Flexibilität.

Wir fordern daher:

  • die strukturelle Verankerung von heil- und sonderpädagogischen Fachkräften an Regelschulen und Kitas, um eine individuelle Förderung aller Kinder sicherzustellen.
  • mehr inklusive Angebote an Berufsschulen nach dem Vorbild der Gertrud-Luckner-Schule, um allen jungen Menschen gerechte Bildungschancen zu ermöglichen.
  • Die sofortige Streichung des Ressourcenvorbehalts in den Richtlinien zur Kita-Förderung.
  • Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im gesamten Erziehungs- und Bildungsbereich
  • Maßnahmen zur Barrierefreiheit an allen Schulen und Kitas, die es bislang noch nicht sind.
Öffentlicher Raum und Mobilität

Es hat sich einiges getan an Barrierefreiheit zum Beispiel bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es mangelt aber weiterhin an vielen Stellen an einer barrierefreien Nutzbarkeit des öffentlichen Raums.

Wir fordern:

  • einen barrierefrei erreichbaren Münsterplatz
  • flächendeckende Maßnahmen zur Schaffung barrierefreier Bushaltestellen, Straßenquerungen und Bordsteinabsenkungen
  • Kopfsteinpflaster muss flächendeckend geglättet werden
  • Gehwegparken muss konsequent geahndet werden
  • Parkanlagen, Spielplätze und öffentliche Freizeitangebote müssen inklusiv gestaltet und barrierefrei zugänglich sein.
  • Beschilderungen, Anzeigetafeln und Personenleitsysteme müssen für alle Menschen erfassbar gestaltet werden.
  • Toiletten im öffentlichen Raum müssen konsequent zu Toiletten für Alle ausgebaut werden.
  • Erweiterung von barrierefreien Transportmöglichkeiten, um sicherzustellen, dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen problemlos an sozialen Aktivitäten und Dienstleistungen teilnehmen können, z.B. bezahlbare Rollstuhltaxis oder Car Sharing-Angebote für Rollstuhltransporte.,
Arbeitsmarkt und Wirtschaft

Noch immer sind die allermeisten Menschen mit Behinderung im exklusiven Sektor der Werkstätten beschäftigt. Viele wünschen sich aber einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Der erste Arbeitsmarkt muss aufnahmebereiter für Menschen mit Behinderung werden. Die Stadtverwaltung und die stadteigenen Betriebe können mit gutem Beispiel voran gehen und aktiv mehr Menschen mit Behinderung einstellen. In Zeiten von Arbeitskräftemangel können wir es uns nicht mehr leisten, auf dieses ungenutzte Potential zu verzichten.

Wir fordern:

  • Einführung von Partnerschaften mit örtlichen Unternehmen, um inklusive Einstellungspraktiken zu fördern und Anreize für barrierefreie Arbeitsumgebungen zu schaffen.
  • Entwicklung von Schulungsprogrammen an Berufsschulen, die auf die Bedürfnisse von Auszubildenden mit unterschiedlichen Fähigkeiten zugeschnitten sind, um ihre erfolgreiche Integration in die Arbeitswelt zu erleichtern.
  • Eine höhere Einstellungsquote für Menschen mit Behinderung bei der Stadt Freiburg und ihren Tochtergesellschaften
Kultur und Freizeit

Unsere Vision ist eine barrierefreie Freizeitgestaltung für alle Bürgerinnen und Bürger.

Wir setzen uns daher ein für:

  • Zugangsmöglichkeiten zu Geschäften, Restaurants und Clubs für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen
  • barrierefreie Rundwege, Karten und Wanderführer,
  • unbürokratische Unterstützung von Vereinen, die inklusive Angebote schaffen.
  • barrierefreie Spielstätten. z.B. soll das Wallgrabentheater barrierefrei werden.
  • Inklusion soll auch auf der Bühne stattfinden, nicht nur im Zuschauerraum.
  • Veranstaltungen müssen konsequent mit Audiodeskription, Übertitelung oder Gebärdendolmetscher*innen versehen werden.
  • Die barrierefreie Ausstellungs-App der Museen muss erweitert und mit vielen neuen Informationen bestückt werden.
Wohnen

Freiburg braucht sehr viel mehr barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum.

Daher fordern wir:

  • Die Verpflichtung, dass sämtlicher neugebauter Wohnraum barrierefrei erreichbar und nutzbar ist.
  • Die Zahl der rollstuhlgerechten Wohnungen muss massiv steigen
  • Inklusive Wohnprojekte müssen bevorzugt bei Grundstücksvergaben zum Zug kommen und deren Finanzierung gesichert werden
  • Die Wohnraumnot muss mit allen möglichen Mitteln gelindert werden
  • Dietenbach und Kleineschholz müssen als inklusiver Stadtteil geplant werden
  • Inklusive Quartiersentwicklung muss zum Standard werden
Gesellschaftliches Miteinander

Inklusion kann erst beginnen, wenn die notwendigsten Bedarfe der Menschen mit Behinderung gedeckt sind.

Daher fordern wir:

  • Ausbau von Pflegediensten und Entlastungsangeboten für Familien von Menschen mit Behinderungen.
  • Angebote für erwachsene Menschen mit komplexen Bedarfslagen, diese fallen bislang oft durch alle Raster.
  • Förderung von Anti-Stigmatisierungs-Projekten zur Sensibilisierung der Gesellschaft und gegen Ableismus, z.B. in der Quartiersarbeit oder Bildungseinrichtungen 
Jugend

Exklusion beginnt meist noch immer sehr früh, unter anderem, weil viele Angebote für Kinder und Jugendliche auch heute noch nicht inklusiv genug sind.

Daher fordern wir:

  •  Wir wollen mehr inklusive Angebote in Jugendtreffs und Jugendhäusern schaffen, um allen jungen Menschen die Möglichkeit zur Teilhabe und zum Austausch zu bieten. Barrierefreie Jugendtreffs sind dabei ein wichtiger Baustein für eine inklusive Jugendkultur.
  • Förderung demokratiebildender Maßnahmen an Schulen, z.B. Professionalisierung des Schülerrats. Demokratie braucht Inklusion!
  • Konsequente Jugendbeteiligung bei Projekten, die junge Menschen betreffen.
  • Mehr barrierefreie Aufenthaltsmöglichkeiten für junge Menschen, ohne Konsumzwang, die nicht konfliktträchtig mit dem Schlafbedürfnis anderer Menschen sind.
Sport

Wir streben inklusive Sportangebote flächendeckend an und setzen uns für Kampagnen zur Bekanntmachung dieser Angebote im Sport ein. Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, seine sportlichen Interessen unabhängig von individuellen Fähigkeiten auszuleben

Daher fordern wir:

  • Barrierefreie und inklusiv nutzbare Sportanlagen, Turnhallen, Schwimmbäder
  • Inklusive Sportangebote flächendeckend in allen Vereinen, die eine Breitensportförderung erhalten.
  • Die Inklusionspauschale der Sportförderung soll sich an die Angebote anpassen und steigen, wenn mehr Geld benötigt wird.
  • Eine Kampagne, um die bereits vorhandenen und künftige inklusive Sportangebote bekannt zu machen.
Bürgerbeteiligung

Die Bürgerbeteiligung spielt eine immer wichtigere Rolle bei kommunalen Projekten. Es gibt viele verschiedene Formate, jedoch erreichen diese oft noch nicht die Gruppe der Menschen mit Behinderung.

Daher fordern wir:

  • Die Sensibilisierung der Verwaltung bei diesem Thema und eine Strategie, wie auch Randgruppen von der Bürgerbeteiligung profitieren können.
  • Barrierefreie Bürgerhäuser flächendeckend und für alle Behinderungen.
Stadtverwaltung für die Menschen

Die Digitalisierung ist für sehr viele Menschen mit Behinderung eine große Chance auf mehr Selbstbestimmtheit und Teilhabe an Prozessen. Sie muss nur von Vornherein richtig gedacht und umgesetzt werden.

Wir fordern deshalb:

  • Konsequente Digitalisierung der städtischen Verwaltungsangebote.
  • Bescheide und Behördenpost in leichter Sprache
  • Digitale Kommunikationsmöglichkeiten mit der Verwaltung, einfach und niedrigschwellig
  • Einführung von Gebärden-Avataren zur Darstellung wichtiger Angebote für Gehörlose
  • Barrierefreie Rathäuser in den Ortschaften